Arbeit auf zu wenigen Schultern

Wer kennt das nicht!?

Die Arbeit in einem ehrenamtlich geführten Verein wird oft auf (zu) wenigen Schultern verteilt.
Dabei spielt die Größe des Vereins keine Rolle. Ob der Verein aus 50 oder 200 Mitgliedern besteht. Der harte Kern wird oftmals gebildet von der Vereinsführung plus wenigen Hartgesottenen.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

– viele Menschen wollen sich nicht mehr „fest binden“. Eine Mitgliedschaft in einem Verein (oder gar ein Ehrenamt) ist oft gleichbedeutend mit Verpflichtungen

– zum Sport treiben kann man sich in einem Fitness-Studio anmelden; ohne Arbeitseinsätze leisten zu müssen

– die Arbeitszeiten im Berufsleben haben sich nach hinten verschoben, sodass die Zeit zu knapp ist in einem Sportverein Sport zu treiben und noch zusätzlich seinen Pflichten als Mitglied nachzukommen

– die Zeit rast förmlich an uns vorbei und wir brauchen mehr Auszeiten als noch vor 20 Jahren

Das führt dazu, dass die Menschen, die sich z.B. im Vorstand ehrenamtlich engagieren, noch mehr Aufgaben zu bewältigen haben. Zusätzlich ist mit der zunehmenden Digitalisierung ein aufwendiges Stück Arbeit hinzugekommen. Geht man nicht mit der Zeit, wird man von ihr eingeholt. Und hat man als Verein erst einmal den Anschluss verpasst, dauert es eine ganze Weile, bis man wieder „up to date“ ist.

Was können also Vereinsführungen tun, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen? Hier ein paar Lösungsansätze:

1. Gezielte Erweiterung des harten Kerns

Zum Beispiel kann der Vorstand um ein paar Posten vergrößert werden, sofern es die Vereinssatzung zulässt. Sinnvoll wäre hier, dass man Personen für ein Amt im Vorstand gewinnt, die nicht schon zum harten Kern des Vereins gehören.

Tipp: Ein wenig Honig um den Mund schmieren ist sinnvoll. Jedoch sollten hier keine falschen Versprechungen gemacht werden oder die Realität verlassen werden.

2. Schaffung von Arbeitsgruppen

Für gewisse Vereinsaufgaben macht es Sinn Arbeitsgruppen zu schaffen. Sie können gezielt ganze Bereiche oder Events abdecken, ohne dass der harte Kern gefordert ist.

Tipp: Trotzdem sollte hierbei ein Mitglied des Vorstandes involviert sein. Am besten das Vortsandsmitglied, welches normalerweise diese Aufgabe (laut Amtsbeschreibung) erledigen müsste.

3. Erstellung eines Konzeptes

Planen Sie genau, welche Arbeiten jährlich anfallen. Machen Sie sich Gedanken, wie viel Manpower Sie für welche Aufgaben bräuchten und spielen Sie so das ganze Jahr einmal durch. Mit ein paar Anrufen können Sie dann die Blanko-Listen, die Sie erstellt haben, mit Namen füllen.

Info: Diese Methode wird funktionieren – bedeutet aber vor allem bei der Konzepterstellung für Sie als Vorstand einen Mehraufwand. Ein Mal gemacht und ggf im Folgejahr optimiert, können Sie dieses Konzept gut für Ihre Vorsätze benutzen.

4. Ein Bonussystem für Vielhelfer

Einige Vereine versuchen ihre Mitglieder mit Strafzahlungen zur Mitarbeit zu „zwingen“. Hierbei setzt der Verein einen Mindestsatz an zu leistenden Arbeitsstunden pro Jahr fest und pro nicht geleistete Stunde muss das Mitglied sich von der Arbeit freikaufen. Die Einführung dieses Systems kann bei den Mitgliedern zu Unmut führen.
Probieren Sie es doch einmal anders herum. Stellen Sie eine Liste auf, auf welcher die Leute gelistet werden, die viel Stunden leisten. Es gibt viele Menschen, die für ihre Leistung honoriert werden wollen. Für solche ist so eine Liste eine tolle Wertschätzung.

Tipp: Bei Ihrer nächsten Mitgliederversammlung erwähnen Sie die 10 Mitgliedern mit den meisten Arbeitsstunden im abgelaufenen Jahr und verteilen Sie kleine Geschenke an die „besten“ drei.

Mit der Umsetzung einer (oder von mehreren) der oben genannten Möglichkeiten, können Sie die Last der Vereinsarbeit auf mehrere Schultern verteilen. Ihr harter Kern wird es Ihnen danken!

Für Fragen oder der Erstellung eines Konzepts stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Sport Vereinsberatung

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