Immer am Ball bleiben

Weit über 20 millionen Menschen in Deutschland haben das Spiel der deutschen Fußball Nationalmannschaft heute gegen Südkorea gesehen. Damit haben über 20 millionen Zuschauer gesehen, wie sich der amtierende Weltmeister sang- und klanglos aus dem größten Sportevent auf diesem Planeten verabschieden musste.

Doch während nun 80 millionen Bundestrainer analysieren, was sie anders, was sie besser als Jogi Löw gemacht hätten, ziehe ich eine Parallele zwischen den Gruppenspielen gegen die Schweden und Südkoreaner und den Aufs und Abs in einem Sportverein.

Mit einer Niederlage gegen die Mexikaner war man schon gehörig unter Druck. Nachdem Mexiko auch das zweite Gruppenspiel gewonnen hatte war klar, dass man am Abend gegen Schweden gewinnen musste, um seine Chance auf das Achtelfinale zu wahren.

Doch dann der Rückschlag in der 32. Minute – die Schweden gingen in Führung. Nun war man gefordert, wolle man doch das frühzeitge Ausscheiden verhindern. In der Pause hatte man sich viel vorgenommen und konnte nach anfänglichem Druck bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff den Ausgleich erzielen.
Man war nun klar im Aufwind, hatte das Momentum an seiner Seite – bis Jerome Boateng mit seiner gelb-roten Karte zehn Minuten vor Spielende die Mannschaft schwächte.
Nach größten Bemühungen wurde man am Ende in der letzten Minute durch einen toll geschossenen Freistoß von Tino Kroos belohnt – ein Sieg des Willens konnte am Ende gefeiert werden.

Man hatte es nun wieder selbst in der Hand. Das Schweden-Spiel hat offenbart, was dem deutschen Team größtenteils gegen die Mexikaner gefehlt hat – der unbedingte Wille!

Verschiedenste Szenarien waren vor dem Spiel gegen die bis dato punktlosen Südkoreaner aufgestellt worden, die gezigt haben, dass das Weiterkommen auf jeden Fall möglich, sogar noch in der eigenen Hand ist. Bei einem Sieg mit zwei Toren Unterschied wäre das Ticket für das Achtelfinale sicher gebucht gewesen.

Doch wieder hatte man als Zuschauer den Eindruck, dass irgendetwas „die Mannschaft“ hemmte. Wieder hatte man das Gefühl, dass man sich zu sicher war auch diese Hürde mit dem Wissen zu nehmen, dass man eigentlich die bessere Mannschaft sei. Die Laufbereitschaft war nicht ausreichend, um die Deffensive der Asiaten unter Druck zu setzen, um den gegnerischen Torhüter in Bedrängnis zu bringen. Scheinbar ideenlos ergab man sich seinem Schicksal, dass mit dem historischen Ausscheiden noch in der Gruppenphase ein jäes Ende genommen hatte.

Doch wo liegt hier nun die Parallele zu einem Sportverein?

Jeder Verein durchlebt in den Höhen und Tiefen intensive Zeiten. Nach einem Tiefschlag (Mexiko-Spiel) sollte man immer die Fehler analysieren und mögliche Problemlösungen ausarbeiten. So hat es auch das deutsche Team gemacht und zum Schweden-Spiel einige personelle Veränderungen vorgenommen.

Doch nicht immer greifen die ausgearbeiteten Veränderungen. „Gut Ding braucht Weile“ wie man im Volksmund so schön sagt.
Trotz eines anfänglichen Hochs ist das deutsche Spiel dann verflacht und die Skandinavier konnten das 1:0 erzielen.
Lassen Sie auch Ihr Vorhaben mit einer Veränderung im Verein (egal in welchen Bereichen) schleifen, so werden Sie erneut mit Rückschlägen konfrontiert werden.

Nach diesem neuerlichen Rückschlag wurden die Spieler in der Halbzeit motiviert und für kommende Aufgaben eingestellt. Endlich konnte dann mit dem Tor von Marco Reus ein Hoch erzielt werden und man bekam ein wenig Oberwasser.

In den letzten Minuten des Spiels hat man den Willen gesehen, dass das Spiel von den Jungs des DFB unbedingt gewonnen werden will. Der Einsatz, die Laufbereitschaft haben am Ende dazu geführt, dass man den gerechten Lohn für den ganzen Aufwand erhalten hat.
Gleiches gilt auch in der Vereinsführung (oder auch in der Arbeitswelt). Es geht nicht darum, ständig über 100 % zu geben, sondern darum, dass man dann die Leistung abrufen kann, wenn sie von Nöten ist. Und das ist eine Frage des Willens, der Einstellung, der Motivation.

Doch sollte man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern akribisch weiter an dem Arbeiten, was gefordert wird. Stillstand bedeutet Rückschritt, man verliert das Ziel aus den Augen, man geht vom Gaspedal runter und hofft, dass auch beim nächsten Mal alles gut geht.

Das selbe Gefühl hatte man heute beim Spiel der Deutschen gegen die Südkoreaner. Man hatte fast zu keiner Zeit des Spiels das Gefühl, dass der unebdingte Wille da sei, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Der Bereitschaft an seine Grenzen zu gehen um den worst case zu vermeiden, war nicht zu sehen.
„Ohne Fleiß kein Preis“, „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“… ich könnte noch viele dieser Redewendungen raushausen. Und doch bedeuten sie im Kern alle das Gleiche.

Das Ergebnis ist des Spiels und die Folgen sind Ihnen bekannt. Das Spiel ist aus, aber Deutschland ist nicht Weltmeister.
Sicherlich spielen für das historische Ausscheiden viele weitere Faktoren wichtige Rollen, jedoch wäre es mit unbedingtem Willen abwendbar gewesen.

Denken Sie daran, wenn Sie sich mit ihrem Verein gerade in einem Hoch befinden, dass Sie nicht einen Gang zurückschalten, sondern dass Sie im Sinne des Vereins stetig aktiv und damit immer am Ball bleiben.

Eure Sport Vereinsberatung

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