Ohne Plan B keinen Erfolg

Ohne Plan B keinen Erfolg

Was haben die beiden Mitfavoriten auf den Titel bei der Fußball WM 2018 Deutschland und Spanien gemeinsam? Richtig, beide sind unerwartet früh und unnötig augeschieden. Was sie aber zudem gemeinsam haben außer stetig um oder über 70 % Ballbeseitz? Genau, keinen Alternativplan.

Wie Olli Kahn schon nach dem Spiel der Deutschen Elf gegen Mexiko so treffend analysierte ist „die DNA des Ballbesitz-Fußballs entschlüsselt“. Die vermeintlich schlechtere Mannschaft müsse sich „nur“ weit defensiv gegen Mannschaft diesen Spielstils zurückziehen, hinten die Räume eng halten und dann aber geschlossen kontern. In der spanischen Primera Division fabriziert der FC Barcelona diese Taktik zwar seit Jahren sehr erfolgreich, was aber darin geschuldet ist, dass man im Notfall noch den Superstar Messi anspielen kann. Dieser sucht dann auf engstem Raum das eins gegen eins und schlängelt sich irgendwie durch die Abwehrreihen durch, als wären das nicht gestandene Profis, sondern Slalomstangen aus dem Trainingslager.

So einen Spieler haben weder die Iberer noch die deutsche Nationalmannschaft in ihren Reihen. Also müsste man seine Taktik dann umstellen, wenn man mit der gewohnten Taktik zu selten oder gar nicht an der gegnerischen Abwehrreihe vorbeikommt. Doch beide Nationalteams, die mit Weltklassespielern gespickt sind, ließen nicht von ihrem Spielsystem ab. Zu selten kam auch mal ein (nicht verzweifelt wirkender) Schuss außerhalb des Strafraumes auf das gegnerische Tor. Wie die Satireseite „der Postillon“ via „der Sportillon“ so treffend bilanzierte: „Der Ball läuft, doch obwohl Gegner Russland das Spielfeld bereits gestern Abend verlassen hat, wagt es Spanien bislang noch nicht, den entscheidenden Pass in die Spitze zu spielen.“

Dass man den Nationaltrainern dabei die Schuld in die Schuhe schiebt, halte ich zwar für nicht gänzlich falsch, jedoch macht man es sich mit dieser Pauschalaussage ein wenig zu einfach. Diesen Ballbesitz-Fußball bekommen die Spieler zum Teil schon in ihren Clubs eingeimpft.

Die Profis des FC Bayern (Hummels, Boateng, Kimmich, Müller) stellen den größten Teil des WM-Kaders, die zusammen mit Kroos (damals Bayern) und Gündogan (Manchester City) alle unter dem Meister des „tiki taka„, wie der Ballbesitz-Fußball genannt wird, Pep Guardiola gespielt haben. Die Neubayern Rudy und Süle haben nie unter Pep gespeilt – dies nur als kleine Randnotiz.

Hätte man nicht offensiv mit Marco Reus und Timo Werner zwei schnelle Spieler gehabt, die diesen tika taka Fußball im Verein nicht spielen, hätten auch die beiden vermutlich eher den Ball zum eigenen Sechzehner zurückgespielt anstatt für Torgefahr zu sorgen. So hatte man wenigstens aus dem Spiel heraus ein paar sehenswerte Angriffe zu verbuchen.

Ohne Plan B also keinen Erfolg.

Gleiches gilt im Vereinsleben. Die Zeit bewegt sich in Eilesschritten – und wer nicht mitläuft, bleibt auf der Strecke. Wer z.b. nicht erkennt, dass Social Media einen großen Part im Netzwerk zu „bewährten“ aber auch zu neuen Kunden (Mitgliedern) bietet, der geht nicht mit der Zeit. Wer wie die deutsche und spanische Nationalmannschaft es nicht schafft zu antizipieren, im richtigen Moment zu reagieren, wird herausgekegelt.

Natürlich ist das Gehen mit der Zeit, das ständige Anpassen an die Gegebenheiten immer auch mit Aufwand verbunden. Einen Aufwand, den zumindest die deutschen Nationalspieler nicht im Stande waren zu leisten. Edinson Cavani, der als Stürmer für Uruguay mit beiden Toren im Achtelfinale die Portugiesen aus dem Turnier schoss, half seinem Team das ein oder andere Mal mit unbändigem Willen auch in der Defensive bis hin zum eigenen Strafraum aus. Dagegen hat die Offensive des amtierenden Weltmeisters einen Bewegungsradius von Tischkicker-Spielern an den Tag gelegt.

Plan B heißt also oft, dass man mehr Aufwand für das gewünschte Ergebnis aufbringen muss – mehr Zeit, mehr Herzblut. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ gilt für sehr viele Lebenslagen – auch im Sport, auch in der Vereinsführung.

Man muss also es wollen, den Plan B, den Mehraufwand. Man muss bereit sein von seinem Plan loszulassen, wenn man merkt, dass das gewüschnte Ergebnis nicht dabei herauskommt.

Wie dieser Plan B für Euren Verein aussehen könnte, würde ich zu gern Eurer Vereinsführung vorstellen.

Eure Sport Vereinsberatung

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