Nicht alles schlecht bei der WM

Nicht alles schlecht bei der WM

Nun ist die Fußball Weltmeisterschaft der Herren seit knapp 3 Wochen rum.

Was hallt bei uns in Deutschland 20 Tage nach dem spektakulären Finale noch nach?

  1. Die Kausa Özil
  2. Der sich vermutlich immer noch am Boden welzende Neymar
  3. Das schlechte Abschneiden des DFB
  4. Das schlechte Niveau der gesamten WM

Was haben diese Top 4 allesamt gemeinsam? Ja, genau! Sie sind alle negativer Natur!

Aber warum denn? Warum wird nicht länger der Fokus auf das französische Team, den Weltmeister, gelegt? Sind wir mit dem schlechten Abschneiden so tief ins Mark getroffen worden, dass wir lieber andere negative „Erlebnisse“ der WM durchkauen, anstatt als guter Verlierer dem Weltmeister Tribut zu zollen?

Denn es gibt tatsächlich viele positive Errungenschaften des größten Sportevents des Erdballs.

1. Natürlich der Weltmeister Frankreich

Von einigen als Antifußball verschrien, von anderen als abgezockt bezeichnet. Doch am Ende fragt keiner mehr über das Wie. Denn am Ende zählt nur der Titel. Jeder Titelträger hat sich seinen Pokal verdient. Denn er hat es im gesamten Turnier geschafft, nicht unbedingt die bessere Leistung an den gelegt aber die besten Ergebnisse erzielt zu haben.
Je 4 Tore im Achtelfinale gegen Argentinien und im Finale gegen Kroatien – also mein Verständnis von Antifußball ist da ein anderes. Wobei ich das Word Antifußball überhaupt nicht mag. Zumeist sind das gut durchdachte taktische Züge des Trainers, die die Mannschaft umgesetzt hat.
Erinnern wir uns an das Champions-League Finale im Mai 2012. Chelsea mauert 120 Minuten lang gegen starke Bayern, rettet sich ins Elfmeterschießen und profitiert am Ende vom verschossenen Elfmeter von Schweini. Was hat es den Bayern gebracht, dass sie 120 Minuten lang die bessere Mannschaft waren?
Auch hier wurde noch lange die Spielweise der Londoner kritisiert, doch am Ende hat ihnen der Erfolg Recht gegeben.
Glückwunsch an dieser Stelle an die starkten Franzosen zum verdienten WM-Titel.

2. Ein weiterer Gewinner – die Sieger der Herzen – die Kroaten

Als Weltmeister der Herzen wurden sie betitelt. Sie können stolz auf sich sein, denn dass ein Land mit nur 4,2 mio Einwohnern dem Rest der Welt die Stirn bietet, ist schon bemerkenswert. Heroisch kämpfte sich das Team um Star Luca Modric nach 2 Elfmeterschießen und einer Verlängerung bis ins Finale, wo jedoch das Glück ausnahmsweise ihr Gegner inne hatte.
Fleiß ist Preis, Kampf ist Trumpf – das Motto der Mannschaft, von denen nur wenige Spieler internationale Klasse aufweisen können.

3. Positives kann man auch über das englische Team berichten

Nicht nur, weil zum ersten Mal in ihrer Historie ein Elfmeterschießen in einem WM-Spiel gewonnen werden konnte, können die „Three Lions“ stolz auf sich sein. Denn obwohl das schon eine Sensation von hoher Tragkraft war, war das Erreichen des Halbfinals eine so große Überraschung, die selbst einige Experten nicht prophezeihen konnten.
Ein Team, das fast ausschließlich aus Nobodys besteht, macht der Mutter des Fußballs Hoffnung für die weitere Zukunft. Auch, dass ein einglischer Keeper durch tolle Paraden auf sich aufmerksam machen konnte, anstatt zum Gespött der Klatschblätter zu avancieren, ist absolutes Neuland für den englischen Fußball.

4. Die Japaner – auf und neben dem Spielfeld

Defintiv darf man Japan auch als Gewinner dieser WM zählen. Sie haben viel für ihr Saubermann-Image getan. Hauchdünn haben sie sich als Zweiter in ihrer Gruppe für das Achtelfinale qualifiziert, in welchem sie den haushohen Favoriten aus Belgien gegenüberstanden. Wie losgelöst spielten sich die kleinen Asiaten einen 2:0 Vorsprung heraus, welchen sie bis zur 69 Minuten halten konnten. Der Rest ist Geschichte. Am Ende konnten die Belgier einen Bilderbuch-Konter nach einem Eckball zum 3:2 versenken und somit die Träume der offensiv agierenden Japaner begraben. Warum mir Japan trotzdem sehr gut gefallen hat… Sie haben trotz einer 2:0 Führung sich nicht hinten reingestellt und dem Gegner das Spielfeld überlassen, sondern die Flucht in der Offensive gesucht. Das darf man natürlich als naiv betrachten, jedoch hat es mir als neutraler Zuschauer gefallen, was ich ansehen durfte.
Und was machen Spieler und Fans in der Stunde einer solch bitteren Niederlage, in der man hätte Geschichte schreiben können? Dem Frust freien Lauf lassen, alles verwüsten….?
Nicht die Japaner. Sowohl Zuschauer als auch das Team haben Tribüne und Umkleide selbst gesäubert – so sauber hatten diese Plätze vermutlich zuletzt bei der Fertigstellung des Stadion ausgesehen. Ich muss zugeben, dass mich das tief beeindruckt hat. Das zeigt wie groß dort Disziplin geschrieben wird.

5. Gastgeber Russland

Wieviel wurde im Vorfeld diskutiert – zurecht. Über den Zweifel der WM-Vergabe, die Bedingungen beim Bau der Stadien, Steuerhinterziehungen, usw.
Die Russen haben es jedoch geschafft, ihr eigenes Sommermärchen zu kreieren. Das lag nicht zuletzt auch am guten Abschneiden des Gastgeberlandes. Der Tenor der Nationalmannschaften war gleich – alle haben sich wohlgefühlt, trotz der anfänglichen Skepsis.
Chapeau Russland!

Wir freuen uns schon auf die nächste WM – und auf hoffentlich wieder viele positive Momente, die dann hoffentlich länger Gesprächsthema bleiben als die negativen.

In diesem Sinne. Bis bald,

Eure Sport Vereinsberatung

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